Nützliche Tipps für eine perfekte freie Trauung

Liebe (zukünftige) Brautpaare,

ihr habt euch ganz offensichtlich für eine freie Trauung entschieden oder ihr seid gerade dabei, ein Für und Wider abzuwägen. Kurz und knapp: Ihr habt bei der freien Trauung die richtige Entscheidung getroffen, wenn für euch die standesamtliche Trauung zwar ein notwendiger Gang, aber eben nicht „ausreichend“ ist. Wenn ihr es einfach feierlicher, emotionaler, humorvoller, persönlicher und konfessionslos haben möchtet.

Die nächsten Schritte sind nun klar: Ihr schaut euch als erstes Mal nach einem freien Trauredner/einer freien Traurednerin oder einem Theologen/einer Theologin um und klärt mit ihm oder ihr alle organisatorischen Belange. Habt ihr einander kennengelernt und passt zueinander, kann es quasi losgehen mit der Planung. Der Profi wird euch dabei ganz sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Vorab findet ihr hier nun schon einmal einige Tipps, die euch bei der Planung eurer freien Trauung sicher ein wenig helfen können :-)


Wo kann eine freie Trauung stattfinden?

Ihr werdet in diesem Beitrag schnell feststellen: Es gibt bei der freien Trauung wenige Regeln. Bei keinem Punkt wird es heißen: So muss das gemacht werden, einen anderen Weg gibt es nicht. So seid ihr also auch bei der Wahl, wo ihr euch das Ja-Wort geben möchtet, frei. Eure Loaction, in der ihr anschließend feiert, hat einen schönen Garten? Perfekt! Oder einen gemütlichen Gewölbekeller? Umso besser – der ist nämlich garantiert wetterfest ;-) In den Weinbergen der Großeltern fühlt ihr euch wohl? Wieso nicht einfach dort ein schattiges Plätzchen herrichten und alle Gäste dorthin einladen?

Wenn ihr gerne reist und schon immer den Traum hattet, am Strand zu heiraten, dann macht es doch einfach! Eure Gäste sind bestimmt gerne dabei.

Beachtet bei eurer Wahl einfach einige kleine Eckpunkte, dann kann der Rahmen letztendlich sein, wie ihr möchtet:


Ausreichend Platz

Bedenkt bitte, dass eine freie Trauung zwischen 40 und 60 Minuten dauern kann und bestimmt auch einige ältere Gäste dabei sein werden. Es ist für alle Anwesenden (außer die Traurednerin ;-) ) am schönsten, wenn sie sitzen können.

Habt ihr einen Fotografen dabei, wird der euch sehr dankbar sein, wenn er ein wenig Platz hat, um sich zu bewegen und aus unterschiedlichen Perspektiven zu fotografieren (das lohnt sich am Ende!!). Also tut euch einen Gefallen und plant für die Trauzeremonie ausreichend Platz ein. Lieber mehr als zu wenig ;-)


Wetterfest

Geht sicherheitshalber immer mal vom worst case aus – Regen, Sturm oder sengende Hitze. Plant ausreichend Sonnen- und Regenschutz ein, am besten von Anfang an überdacht. Oder schaut euch zumindest nach einem schnell zu erschließenden Plan B um, mit dem ihr ebenfalls glücklich werden könnt.


Für alle gut zu erreichen

Denkt bitte euch daran, dass all eure Gäste und Dienstleister (meist mit ordentlich Gepäck im Schlepptau) gut zu eurer Location kommen müssen. Abwägen, ob wirklich alle mühelos den Aufstieg zur Burg schaffen, ist da sinnvoll. Bei der Hochzeit in den Weinbergen sind euch die Damen außerdem bestimmt dankbar, wenn es zuvor einen kleinen Hinweis bzgl. des Schuhwerks gibt ;-)


Wo kann eine freie Trauung stattfinden?

Wer kann in die freie Trauung einbezogen werden?

Ich persönlich finde es immer schön, wenn außer mir (der Traurednerin) noch jemand Anderes etwas sagt. Nicht, damit ich weniger sprechen muss, sondern, weil es immer positiv zur Stimmung beiträgt, wenn es ein bisschen Abwechslung gibt. Noch nie (!) wurde hinterher bereut, wenn die Trauzeugen animiert wurden, ein paar persönliche Zeilen zu verfassen und diese an das Brautpaar zu richten.

Eure Trauung kann dadurch nur an Persönlichkeit und an Emotionen gewinnen. Nicht nur die Trauzeugen stehen da zur Wahl – vielleicht würde ja auch gerne die Oma der Braut, der Bräutigamsbruder, die Mutter, Schwester, die Jungs vom Junggesellenabschied oder die Brautjungfern etwas sagen. Immer her damit!

Kleiner Tipp: Es gibt auch ganz wunderbare Möglichkeiten, Personen einzubinden, die sich vor’m Sprechen drücken möchten ;-) Sie könnten dann beispielsweise eine Rolle bei einem Ritual übernehmen, euch die Ringe anreichen oder die Braut beim Einzug zu ihrem Bräutigam führen. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.


Gäste einbeziehen freie Trauung

Wie gestalten wir am besten den Einzug?


Es gibt da ja die ganz traditionelle Variante (Braut mit Brautvater) und die modernere (Brautpaar gemeinsam) und trotzdem werde ich noch oft gefragt: „Wie macht man das denn so mit dem Einzug? (Anmerkung der Redaktion: Gerne auch „Einmarsch“ oder gar „Einlauf“ *grusel* :-D )“
Auch hier gilt wieder: Macht es so wie ihr euch wohlfühlt! Die Braut möchte den magischen Moment des „first looks“, wenn sie zur Trauung auf den Bräutigam zuschreitet? Damit ist schon einmal vorgegeben: Der Bräutigam wartet nervös vorne, die Braut zieht ein. Mit wem sie letztendlich einzieht, ist ihr selbst überlassen. Entweder alleine, oder eben mit der Person, die für sie eine wichtige Rolle spielt – das muss nicht zwangsläufig der Papa sein. Es kann auch die Brautmutter sein. Oder der Bruder. Oder die beste Freundin, die Trauzeugen, der Opa, der Familienhund, das eigene Kind.

Löst euch da einfach von den üblichen Vorstellungen, von denen wir immer wieder denken, ihnen gerecht werden zu müssen.

Aber ganz klar: Gegen den geliebten Brautvater spricht erst einmal absolut rein gar nichts! ;-)


Einzug bei der freien Trauung

Wer hat die Ringe?

Das ist eine Frage, die ihr euch definitiv vorab stellen solltet. Liegen die Ringe vorne griffbereit auf einem Tisch oder wird eure kleine Nichte sie euch bringen? Hat der Trauzeuge sie? Gebt eurer Traurednerin vorher Bescheid, damit sie sich auch sicher sein kann, den oder die Richtige mit den Ringen nach vorne zu bitten.

Und ganz klar: Wählt jemanden aus, bei dem ihr sicher seid, dass die Ringe nicht im entscheidenden Moment noch auf dem Rücksitz des Brautautos liegen ;-)


Die Trauzeugen halten die Eheringe bereit.

Wie wichtig ist die Deko?

Um es auf den Punkt zu bringen: Sehr wichtig. Unterschätzt nicht, welch großen Einfluss die Rahmenbedingungen auf die gesamte Atmosphäre haben wird. Ist die Dekoration stimmig, liebevoll, einladend, dann wird die Grundstimmung vom ersten Augenblick an eine andere sein als wenn ihr auf kahlen Bierbänken sitzt und eine graue Steinwand anschaut.

Versteht mich nicht falsch: Es spricht nichts gegen Bänke und schöne Steinmauern – sie sehen nur viel, viel ansprechender aus, wenn sie einheitlich mit Hussen bezogen sind, wenn ringsum Kerzen brennen, der Boden mit Blumen ausgelegt ist und die Details einfach zueinander passen. Schreckt nicht davor zurück, einen Weddingplanner/Dekodienstleister anzufragen – nicht selten kommt ihr darüber viel günstiger hin als wenn ihr alles selbst organisiert. Und: Ihr gebt etwas so Essentielles in Profihände ab, die genau wissen, was sie tun.


Lasst eure Gäste teilhaben

Nicht nur in der Kirche, auch bei der freien Trauung freuen sich die Gäste, wenn es ein kleines Ablaufheftchen gibt und sie wissen, was auf sie zukommt :-)


Ablaufheft für die freie Trauung

Überraschungen zulassen

Ja, das fällt schwer. Ich weiß das. Aber gebt euren Trauzeugen und wichtigsten Personen den Raum, euch auch mal zu überraschen. Ich erlebe es bei meinen Trauungen immer wieder, dass die Trauzeugen vorher von den tollsten Ideen erzählen, dann aber selbst verunsichert sind, ob sie das wirklich machen können, weil das Brautpaar ausdrücklich den Ablauf vorgegeben hat. Was denen alles entgehen würde!

Also habt den Mut und die Gelassenheit, auch mal Dinge abzugeben und euch einfach in eurer freien Trauung überraschen zu lassen. So wie C. und M., die zum Ende ihrer Trauung einfach von einem kleinen Chor überrascht wurden, der „All you need is love“ (aus dem Film Tatsächlich Liebe) gesungen hat. Und das tollste daran: Die Gästen waren eingeweiht und standen nach und nach auf, um mitzusingen *hach*


"All you need is love", bei der freien Trauung gesungen.

Musik

Die passende Musik fängt die Emotionen auf und unterstreicht sie. Macht euch bewusst, dass Live-Musik das natürlich noch viel intensiver kann als Musik vom Band. Überdenkt einfach mal, ob Live-Musik nicht doch noch in euer Budget passen könnte, wenn ihr stattdessen auf das zehnte Notfallkörbchen und die Ersatz-Tanz-Schuhe für die Frauen verzichtet ;-)


Musik bei der freien Trauung - instrumental oder mit Gesang

Wenn ihr euch zumindest über all diese Punkte mal Gedanken gemacht habt, dann seid ihr in eurer Planung schon einen wesentlichen Schritt weiter.

Und natürlich kann eure Trauung rein theoretisch auch wunderbar eine gute Freundin, der Onkel oder der Cousin, der so gut vor Menschen sprechen kann, gestalten. Das kann wunderschön werden und ist – klar – sehr viel günstiger.

Doch wie bei so so vielen Dingen gilt eben auch hier: Es gibt nicht umsonst Profis dafür. Menschen, die jede Woche mit aufgeregten Brautpaaren (und teilweise noch aufgeregteren Gästen!) zu tun haben. Die genau wissen, auf was es an so einem Tag ankommt. Die Aufregung nehmen und dafür Emotionen schaffen können – mit Worten, die sie mit Bedacht auswählen, auf jedes einzelne Paar individuell zugeschnitten. Die einfach in der Hochzeitswelt leben und deshalb auch in der gesamten Vorbereitungszeit immer mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Tut euch selbst den Gefallen und verlasst euch bei dem Herzstück eures Hochzeitstages – eurer Trauung – auf einen Profi. Denn, wenn ihr später an euren großen Tag zurückdenkt, dann sollte doch nicht (einzig) das gute Essen und die ausgelassene Party im Vordergrund stehen, sondern eigentlich das Versprechen, das ihr dem Menschen an eurer Seite gegeben habt. Und dieses Versprechen verdient eine angemessene Würdigung :-)

Also wählt euch eure Dienstleister mit Bedacht aus, beachtet ein paar kleine Tipps und dann heiratet einfach. In dem Rahmen, der zu euch passt, mit den Menschen, die ihr mögt, dann, wann ihr es wollt.
Letztendlich sollte immer nur eines zählen: Dass ihr am Ende des Tages mit eurem Lieblingsmenschen verheiratet seid und ihr miteinander glücklich seid.

Das war mein Wort zum Wochenende :-)

Noch mehr Tipps für eure freie Trauung…

findet ihr im Podcast „Traurednerplausch“, den ich zusammen mit 2 lieben Kolleginnen wöchentlich erstelle.

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