Freie Trauung – was ist das eigentlich?

freie Trauung - Ratgeber

Was ist eine freie Trauung?

Zu Beginn meiner Arbeit als freie Traurednerin musste ich da sicher noch viel mehr erklären als heute. Die freie Trauung ist längst DIE Alternative bzw. Ergänzung zur standesamtlichen und kirchlichen Trauung geworden. Galten 2014 Brautpaare unter ihren Gästen noch als “exotisch” (*hust* – ja, tatsächlich), wenn sie sich für diese Art der Zeremonie entschieden, haben heute zumindest (fast) alle schon einmal davon gehört.

In einer freien Trauung sind dem Brautpaar nahezu keine Grenzen gesetzt – sie entscheiden frei über die Person, die die Zeremonie durchführen soll, über Ort und Uhrzeit sowie über die Inhalte. Das heißt, es geht nicht – wie im Standesamt – um den rein bürokratischen und rechtlichen Akt und auch nicht – wie in der Kirche – um einen Gottesdienst, bei dem die Religion im Zentrum steht. Es geht um das Paar, um seine Geschichte, um die Liebe zueinander und um das Versprechen, welches sie sich an diesem Tag geben möchten.

Wichtig: Die freie Trauung hat weder rechtliche noch kirchenrechtliche Bedeutung. Möchtet ihr also vor dem Gesetz und/oder vor dem Institut Kirche Ehemann und Ehefrau sein, bleibt euch der Gang in Standesamt und Kirche nicht “erspart”.

Inhalt der freien Trauung

Inhalt freie Trauung
Jeder Mensch glaubt an etwas – oft jedoch vollkommen konfessionslos. Sei es an eine höhere Macht, an die Macht der Liebe oder “nur” an sich selbst. Stellt genau das – eure Persönlichkeit, eure Beziehung und euren Lebensentwurf – in den Mittelpunkt eurer Trauung.
Gemeinsam überlegen wir, wie eure Zeremonie ablaufen soll, welche Musik passt und welche Inhalte euch wichtig sind.

Aus dem von euch Erzählten schreibe ich eure ganz eigene Geschichte, erzähle von eurem Kennenlernen, eurer Beziehung, von dem, was ihr mir übereinander verraten habt.

Ich finde Worte für das, was im Alltag häufig unausgesprochen bleibt – dafür ist mir nicht nur wichtig, was ihr mir erzählt, sondern auch das, was ungesagt bleibt. Blicke, kleine Gesten, der Umgang miteinander.

professioneller Trauredner freie Trauung
Eure Gäste werden bei der freien Trauung gerne das eine oder andere Tränchen vergießen.

Bedeutung für die Gäste

Besonders schön ist, dass wir auch eure Gäste in die Trauung einbeziehen können – entweder einen kleinen, ausgewählten Kreis: Beispielsweise könnten eure Trauzeugen einige persönliche Worte an euch richten. Oder wir binden alle Gäste ein. Oft wird diese Art der Trauzeremonie schon als viel intimer und persönlicher empfunden, weil das Brautpaar häufig zu den Gästen gedreht sitzt und alle Momente teilen kann.

Entscheiden wir uns für ein Ritual, wünschen sich viele Brautpaare, die Gäste an dieser Stelle einzubeziehen.

Wie lange dauert eine freie Trauung in etwa?

Dauer freie Trauung
Wie fast alles bei der freien Trauung ist auch die Frage nach dem zeitlichen Rahmen immer nur eine vage Angabe. Denn sie ist ja so individuell wie jedes Paar.

Wie lange eure Trauung dauert, hängt davon ab, wie lange eure Geschichte ist (bzw. wie viele Infos ihr preisgebt ;-) ), ob es Live-Musik gibt und wenn ja, wie viel davon, für welches Ritual ihr euch entscheidet, ob und wie viel eure Trauzeugen oder eure Liebsten sagen möchten.

Natürlich kann man aber auch hier einen groben Richtwert nennen. Trauungen, die ich gestaltet darf, dauern sehr selten kürzer als 35-40 Minuten und ebenso selten länger als 50 Minuten.

Man kann also sagen: Im Schnitt könnt ihr euch auf circa 45 Minuten einstellen.

Und da es ja keine Standardtexte, Predigten oder ähnliches gibt und jedes Wort nur für euch geschrieben und gesprochen ist, werdet ihr auch keine Minute missen wollen

Wie finde ich heraus, ob die freie Trauung etwas für meine Hochzeit ist?

 

Erste Blicke - Braut und Bräutigam
Das erste Aufeinandertreffen bei der freien Trauung – ein Moment voller Emotionen für Brautpaar und Gäste.

Am besten überlegt ihr euch als allererstes, was euch bei eurer Hochzeit wichtig ist.
Möchtet ihr einfach vor dem Gesetz verheiratet sein und anschließend eine richtig geile Party mit euren Freunden feiern? Klare Sache: Für euch “reicht” der Gang zum Standesamt.
Ist der dritte Part eurer Beziehung Gott und sein Segen sowie die Anerkennung der kirchlichen Trauung spielt eine große Rolle? Dann ist die Ergänzung zur standesamtlichen Trauung für euch die kirchliche.

Feiert ihr an diesem großen Tag nicht “nur”, dass ihr jetzt Mann und Frau seid, sondern möchtet auch eure Geschichte, eure Liebe in den Mittelpunkt stellen? Ist euch wichtig, frei über Inhalte, Ablauf und Örtlichkeiten der Zeremonie zu entscheiden? Der Gedanke an eine freie Trauung ist schon einmal nicht abwegig ;-)

Im vorherigen Kapitel “Was ist eine freie Trauung?” dürfte schon klar werden, ob ihr euch diese Art der Zeremonie für euch vorstellen könnt.

Schaut euch in einem nächsten Schritt doch einfach mal Homepages und Social Media-Kanäle von Traurednern und Traurednerinnen an. Ihr werdet recht schnell spüren, inwiefern ihr euch damit identifizieren könnt. Fragt euch: Was ist uns bei der Trauung wichtig? Welchen Stellenwert soll sie an unserem Hochzeitstag einnehmen? Und dann: Welcher Trauredner/Welche Traurednerin könnte zu uns passen?

Und dann schreibt ihr einfach eine kurze Mail und lernt diese Person mal persönlich kennen. :-)

Ist die freie Trauung rechtskräftig?

Kurz und knapp: Nein. Möchtet ihr vor dem Gesetz verheiratet sein, eine gemeinsame Steuererklärung abgeben können und rechtlich gesehen eine Familie sein, dann bleibt euch der Gang zum Standesamt nicht erspart.

Ich bin keine Standesbeamtin und kann diesen Part daher auch nicht im Rahmen einer freien Trauung übernehmen.

Was kostet eine freie Trauung?

Kosten freie Trauung
Diese Frage stellen sich Brautpaare in der Hochzeitsplanung (verständlicherweise) meist zu Beginn. Wie bei allen anderen Posten in der Planung gibt es auch hier natürlich nicht die eine allgemeingültige Antwort: Wie auch die Location, die Torte, der Fotograf, die Blumen und all die anderen Dienstleistungen ist die Spanne groß.

Genau wie bei allem gilt eben auch hier: Ihr zahlt für das, was ihr am Ende haben möchtet. Ebenso schwer ist also die Frage danach zu beantworten, wie viel ein Auto kostet. Es kommt einfach darauf an, was euch wichtig ist, worauf ihr Wert legt.

Damit ihr aber zumindest einen ersten Anhaltspunkt habt, bevor ihr euch ganz individuelle Angebote erfragt, rechnet mit einem oberen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Wert. Konkret: Die Spanne reicht von ca. 600€ bis zu ca. 2500€.

Warum gibt es solch großen Unterschiede?

Intensive Vorbereitung der Trauung
Die eigentliche Arbeit eines Trauredners geht über das Halten der Rede weit hinaus. Je mehr Arbeit und Individualität in eurer freien Trauung steckt, umso höher sind die Kosten.

Jeder Redner arbeitet anders. Während Redner A sich vielleicht nur ein Mal persönlich mit dem Brautpaar trifft, bevor er es traut, sich nur die Eckdaten ihrer Beziehung notiert und ansonsten auf viele “allgemeine Texte” zurückgreift, sind Redner B mehrere persönliche Treffen wichtig, weil es eben nicht seine Art ist, viele Zitate oder Gedichte einzubauen. Redner C geht vielleicht noch einen Schritt weiter, macht einen Locationtermin, um die Details zu besprechen und nimmt auch Kontakt zu den Liebsten des Brautpaares auf. Einfach, um die Trauung noch persönlicher zu gestalten.

Und all diese Varianten sind vollkommen in Ordnung. Keine davon ist “richtiger” als die andere oder besser. Sie muss eben einfach zu dem passen, was ihr als Brautpaar gerne möchtet. Die Arbeitsweise eures Redners sollte zu dem passen, wie persönlich und individuell ihr eure Trauung gerne hättet.

Dass Redner A vermutlich (wenn überhaupt) ein Drittel des Aufwandes hat wie Redner B und noch weniger als Redner C, sollte recht deutlich sein. Und wie so ziemlich überall: Natürlich werden sich die Kosten auch nach dem Aufwand und der Arbeitsstunden berechnen.

Neben der Individualität und damit dem Arbeitsaufwand, kommt es auch darauf an, ob der Trauredner oder die Traurednerin seinen/ihren Beruf haupt- oder nebenberuflich ausübt. Nicht nur, dass die Nebenberufler in der Regel viel weniger Trauungen annehmen können, um das Pensum bewältigen zu können (seid bei euren Wunschrednern also am besten noch schneller!!). Sie müssen im Normalfall auch nicht (ausschließlich) von ihrem Honorar leben und Fixkosten zahlen können.

Selbstverständlich hat die Einteilung in Haupt- und Nebenberuf keinerlei Auswirkung auf Leidenschaft und Können und Liebe zum Job. Das nur nebenbei :-)

Kosten, die jeder freie Reder tragen muss

Trauung schreiben braucht viel Arbeitszeit
Als Trauredner hält man nicht nur einfach 45 Minuten eine Rede. Es gehört viel mehr dazu – so dass man schnell auf 20 bis 30 Stunden Arbeitsdauer pro Trauung kommt.

freie Trauung - warum kosten Redner so viel?
Ohne zu sehr ins Detail gehen und euch langweilen zu wollen, euch dennoch einen kleinen Einblick zu geben in das, was das Trauredner-Dasein eben auch so mit sich bringt, mal eine kleine Aufstellung der üblichen Kosten:

Jeder Trauredner, der nicht in die Kleinunternehmerreglung fällt, muss von jeder seiner Trauungen 19% bzw. 7 % (darüber streiten die Finanzämter noch ;-) ) Mehrwertsteuer abführen.

Wie jeder andere Selbstständige, müssen auch wir Trauredner natürlich in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen (oder uns privat versichern) – und zwar 16% unseres Einkommens.
Dazu kommen mit 30% die Einkommenssteuer sowie der Solidaritätszuschlag.

Diese Posten müssen wir uns quasi bei jeder gestellten Rechnung als nicht vorhanden wegdenken ;-)

Dazu kommen die üblichen Dinge, mit denen wir ja nicht alleine sind: Miete & Nebenkosten für Büro, Equipment, Die PKW-Kosten, Weiterbildungen sowie natürlich Werbung (wir möchten ja gerne nach wie vor von euch gefunden werden :-) ).

Ich liebe meinen Job wahnsinnig und würde mich über nicht eine kleine Kleinigkeit davon beschweren wollen, viele wissen ja nur schlichtweg nicht, was zum Job eines Trauredners zählt. Und der geht – man möge es kaum glauben – über die dreiviertel Stunde reden bei der Hochzeit hinaus :-)

Die freie Trauung ist ein Luxusprodukt

Die freie Trauung - Luxusprodukt
Ja, die freie Trauung ist ein Luxusprodukt. Sie wird euch jedoch an eurem Hochzeitstag ganz besondere Momente schenken, an die ihr ein Leben lang zurückdenken werdet!

Eine freie Trauung ist ein Individualprodukt. Euer Trauredner vergibt jährlich nur eine bestimmte Anzahl an Terminen – damit er jede davon ganz persönlich gestalten kann und Zeit für euch hat.

Ja, die freie Trauung kein Muss, Sie ist ein Bonus auf euren Weg in das gemeinsame Eheleben. Sie ist nichts, was man für den rechtlichen Akt braucht und schon gar nicht, um sich Gottes Segen einzuholen.

Sie ist etwas, das ihr ganz für euch macht. Für das ihr euch bewusst entscheidet – so wie ihr euch auch bewusst für einander entscheidet. Sie ist das “Mehr”, das euren Hochzeitstag feierlich eröffnet, euch und euren Gästen vielleicht zu Tränen rührt, was euch herzlich lachen lässt und es ist der Moment, in dem ihr euch das Versprechen gebt, welches eure Zukunft sein soll. Sie ist das, was ihr an diesem Tag feiert – eure Liebe.

Selbstverständlich könnte man darauf verzichten. Selbstverständlich ist man früher einfach in die Kirche gegangen und das war auch feierlich (mal ganz davon abgesehen, was ihr so an Kirchensteuer jährlich zahlt! ;-) ).

Aber wenn ihr diese Zeilen hier gerade lest, dann gehe ich stark davon aus, dass ihr es ganz ähnlich seht wie ich:
Die freie Trauung ist mit keiner anderen Variante der Trauung zu vergleichen. Weil so viel Liebe darin steckt – von euch, von der Rednerin, von euren Liebsten, die mitwirken.

Ein 7-Gänge-Menü beim Essen ist toll, auch wahnsinnig aufwändige und ausladende Deko oder das Hochzeitsauto, das euch zur Location bringt. Letztendlich sind all diese Dinge aber vergänglich. Die Worte und Gefühle eurer Trauung nehmt ihr im Idealfall ein Leben lang mit. Ich selbst (als Braut) kann mich noch sehr gut an viele genaue Wortlaute unseres Redners bei unserer freien Trauung vor fünf Jahren erinnern. Und bis heute empfinde ich sie als sehr wertvoll.

Woran erkenne ich, ob mein freier Trauredner ein Profi ist?

Trauredner Profi
Setzt für eure freie Trauung auf einen Profi. So könnt ihr sicher sein, dass eure Trauung einen roten Faden haben wird und all eure Wünsche in der Zeremonie eingebaut werden.

Der erste Anhaltspunkt, den ihr bei der Wahl eures Trauredners habt, ist sicherlich der Internetauftritt. Verschafft euch einen ersten Eindruck, vergleicht auch mehrere Redner eurer Wahl – ihr werdet schnell festellen, was euch zusagt und was nicht.

Dabei geht es natürlich nicht nur um die Gestaltung der Homepage, sondern auch um die Texte. Sprechen sie euch an oder lest ihr jeden zweiten Satz mit einem Zähneknirschen, weil ihr euch in den Worten einfach nicht wohlfühlt?

Auch Fotos geben euch einen ersten Eindruck von der Person, die euch bald gegenüber sitzen könnte. Am besten ist es natürlich, wenn ihr schon direkt Fotos von anderen Trauungen begutachten oder zumindest Worte anderer Brautpaare lesen könnt. Diese Referenzen sind sehr aussagekräftig, weil ihr euch sicher sein könnt: Keines dieser Paare wird dort etwas schreiben, was sie nicht zu 100% so empfunden haben – sie haben ja nüchtern betrachtet keinen Mehrwert dadurch.

Ist der Redner in den sozialen Netzwerken vertreten (es sollte schon fast schwer sein, das Gegenteil zu finden), bekommt ihr einen noch besseren Eindruck. Oft werdet ihr recht aktuelle Beiträge sowie Bewertungen lesen können und schnell einen Überblick über das “Netzwerk” bekommen. Gerade die Redner und Rednerinnen mit einigen Jährchen Erfahrung kennen inzwischen schon viele Locations und viele andere Hochzeitsdienstleister, mit denen sie “vernetzt” sind.

Und so unromantisch es auch ist: Ein professioneller Trauredner arbeitet ausschließlich auf der Basis eines Vertrages. Damit sicheret er nicht nur sich selbst ab, sondern auch euch. Stellt euch doch nur mal vor, ihr könnt ihr oder sie eine Woche vor der Hochzeit nicht mehr erreichen und habt keine Ahnung, ob jemand auftauchen wird, der euch traut, weil ihr eben nichts schriftlich ausgemacht habt. Unschön, oder?

Nicht jeder Trauredner bringt seine professionelle Anlage inklusive Mikro selbst mit, aber zumindest sollte jeder Wert darauf legen, dass ein guter Sound garantiert ist. Ich selbst habe meine Bose L1 inklusive Funkmikro immer dabei und kann damit eben sicher sein, dass meine Stimme richtig eingepegelt ist und mich jeder hört.
All das sind Punkte, an denen ihr vor der Buchung erahnen könnt, ob ihr es mit einem Profi zu tun habt.

Spätestens im Vorbereitungsgespräch, wenn ihr dann länger zusammensitzt und es an den Inhalt und Ablauf der Trauung geht, werdet ihr dann sicher sein. Eine freie Traurednerin weiß, welche Fragen sie stellen muss, welche Infos sie braucht, welche Details das Brautpaar noch mit nach Hause nehmen sollte und sie versteht es, zwischen den Zeilen zu lesen.

Am Hochzeitstag selbst bringt sie die nötige Erfahrung und Ruhe mit, um alle nicht noch nervöser zu machen. Sie kann mit Unvorhergesehenem umgehen, die richtigen Worte und Töne finden und damit eure Trauung für alle zu einem schönen Erlebnis machen. Tut euch selbst den Gefallen und gebt genau das in die Hände eines Profis ;-)

Unterschied zwischen einem freien Redner und freien Theologen

Trauredner finden
Der Hauptunterschied besteht in der fachlichen Qualifikation. „Freier Theologe“ darf sich jeder nennen, der sein Studium der evangelischen oder katholischen Theologie erfolgreich abgeschlossen hat. Oftmals bringen Theologen auch entsprechende berufliche Erfahrungen mit. Das heißt, sie waren vor ihrer Arbeit als Zeremonienleiter, Pfarrer oder Pastor in einer Kirchengemeinde, Berater in Einrichtungen mit einem kirchlichen Träger oder Lehrkraft in religiöser Bildung. Für all jene Brautpaare, die sich für ihre Trauung religiöse Elemente wünschen, sollte die Wahl auf den freien Theologen fallen.

Freie Redner sind in der Regel Quereinsteiger. Sie haben kein Theologiestudium absolviert, sondern ihre berufliche Vergangenheit als Texter, Moderatoren, Journalisten, im Marketing oder als Unternehmensberater verbracht. Diese Liste ließe sich problemlos um weitere zwanzig Berufsgruppen und Branchen fortsetzen. Sicher ist nur: So individuell wie jeder freie Redner ist, ist auch seine berufliche Vergangenheit. Jeder dieser Redner hat sich aber irgendwann – aus welchem Grund auch immer – dafür entschieden, Brautpaare auf ihrem Weg in die Ehe zu begleiten.

Bei mir persönlich ist das alles ein bisschen anders. Ich „darf“ mich zwar freie Theologin nennen, weil ich das Studium der evangelischen Theologie absolvierte, habe parallel aber auch Sprachwissenschaften studiert – und daran hängt eindeutig mein Herz.

Wie finde ich den richtigen Redner für meine freie Trauung?

freien Redner finden
Achtet bei der Wahl eures Redners darauf, dass die Chemie stimmt. Denn nur so wird eure freie Trauung unvergesslich.

Nachdem Ihr Euch entschieden habt, ob für Euch ein Theologe oder eher ein Redner in Frage kommt, müsst Ihr den Richtigen ja immer noch finden. Das erste Mittel der Suche ist da meist das Internet. Über Google und die Webseiten der einzelnen Redner könnt Ihr Euch einen ersten Überblick über die Person verschaffen und auch vorab schon einmal sehen, ob die Gestaltung der Homepage (die ja meist nach den Vorstellungen des Redners umgesetzt wurde) Eurem Geschmack entspricht.

Es gibt übrigens auch Branchenbücher für uns freie Redner: Die beste Übersicht könnt Ihr meiner Meinung nach auf Zeremonienleiter finden. Hier könnt Ihr einfach Euer Bundesland angeben und bekommt alle relevanten Personen aufgelistet. Guckt am besten auch in benachbarten Bundesländern, denn die meisten Redner bringen Reisebereitschaft mit.
Ich denke, es gibt kaum noch Redner, die nicht in den sozialen Netzwerken vertreten sind. Auch die Socialmedia können also eine Anlaufstelle sein – wir selbst sind immer mal wieder überrascht, über welche Kanäle unsere Paare so zu uns kommen. Da ist es manchmal nur ein einiziger Hastag bei Instagram ;-) Verrückt!

Mit am meisten freuen wir uns ja immer über Empfehlungen – seien es Gäste von anderen Hochzeiten, die mal bei einer Trauung dabei waren und nun anderen Freunden die Empfehulng aussprechen, oder auch andere Hochzeitsdienstleister. Seid ihr also noch auf der Suche nach einem bestimmten Dienstleister für eure Hochzeit, habt euch aber ansonsten schon ein gutes Netzwerk aufgebaut, fragt doch einfach mal dort nach. Ich freue mich einerseits sehr, wenn ich höre, dass das Paar über die Visagistin, die Location oder den Fotografen auf mich aufmerksam wurde. andererseits freue ich mich mindestens genauso, wenn ich selbst tolle Kollegen empfehlen darf. :-)

Kontaktiert nach Eurer Auswahl am besten zunächst einmal zwei freie Theologen/Redner, die für eure freie Trauung in Frage kommen. Sollte Euer Hochzeitstermin dann noch frei sein, trefft Ihr Euch unverbindlich und seht, ob Ihr auf der gleichen Wellenlänge seid und Ihr (also das Brautpaar und der Redner) Euch eine gemeinsame Trauung vorstellen könnt. Ich persönlich finde, dieser Punkt ist in der gesamten Entscheidungsphase am wichtigsten.

Entscheidet Euch einfach aus dem Bauch heraus, teilt dem freien Redner aber auch mögliche Zweifel oder offene Rückfragen mit. Denn kein Zeremonienleiter kann eine wirklich schöne Trauung nach Euren Vorstellungen gestalten, wenn Ihr Euch nicht von Anfang an richtig wohl mit Eurer Entscheidung fühlt.

Ablauf Vorbereitung für die freie Trauung

Vorbereitung freie Trauung
In der Vorbereitung planen wir den Ablauf und den Inhalt der freien Trauung. Beispielsweise wer mit wem zur Trauung einzieht.

Habt ihr dann für den oder die Richtige für euch entschieden, folgen in der Regel einige Formalitäten, um den Termin eben wirklich verbindlich für euch zu sichern.

Circa drei bis fünf Monate vor eurem großen Tag wird es dann noch einmal so richtig spannend: das ist der Zeitrahmen, in dem ich „meine“ Paare für das große Vorbereitungsgespräch wieder zu mir ins Büro einlade.

Wir sitzen ganz gemütlich zusammen und klären erst einmal alle Eckdaten, die inzwischen schon stehen: Uhrzeit, Location, ungefähre Gästeanzahl, die Art eures Einzugs zur Trauung und so weiter. Mit knapp fünf Jahren Erfahrung in der Hochzeitswelt gebe ich selbstverständlich liebend gerne auf Wunsch auch Tipps und Ideen mit.

Und dann kommt ihr im Idealfall so richtig ins Erzählen – denn ich möchte von eurer Geschichte einfach alles wissen, was ihr mir erzählen möchtet. Wo habt ihr euch das erste Mal gesehen? Kanntet ihr einander vorher schon vom Hörensagen? War es Liebe auf den ersten Blick und wer hat sich überhaupt getraut, den ersten Schritt zu machen? Wie ging es dann weiter?

Kommt mir ja nicht mit Aussagen wie: „Wir kennen uns seit fünf Jahren und seit viereinhalb sind wir ein Paar.“ ;-) Das mag alles sein, aber wie um alles in der Welt soll ich denn mit dieser einen Info euch und eure Gäste bei der Trauung einpacken und eure Geschichte nochmal gemeinsam durchleben?

Es ist also besonders wichtig, dass ihr euch mit eurer Traurednerin wohl fühlt und euch vorstellen könnt, ihr (wie einer guten Freundin) von euren Anfängen zu erzählen. Von eurer gemeinsamen Entwicklung, von Rückschlagen, Zweifeln und gemeinsam erklommenen Höhen. Das ist es letztlich, was eure Trauung so lebendig machen wird.

Natürlich sprechen wir in diesem Termin auch über den ersten Entwurf eures Ablaufs, über Ritualideen und Musik. Doch all das wird sich dann in den kommenden Wochen verfeinern und immer wieder in Rücksprache mit euch perfektioniert.

Ganz wertvollen Input liefern auch nochmal eure Antworten auf die Einzelfragen.
Mir kommt es im gemeinsamen Gespräch nicht nur auf das an, was ihr sagt. Auch Unausgesprochenes, Blicke und Innehalten können wahnsinnig viel über euch und eure Beziehung sagen, was mir hilft, euch noch besser zu verstehen.

Nachdem euer Ablauf dann soweit steht, klar ist, ob und wer außer mir etwas sagen wird und wir das zu euch passende Ritual perfektioniert haben, mache ich mich ans Schreiben eurer individuellen Traurede – davon bekommt ihr natürlich nicht allzu viel mit ;-).

Wenige Wochen oder Tage vor eurer Hochzeit treffen wir uns dann nochmal an eurer Location, um die Details vor Ort durchgehen zu können. Und dann kommt als nächstes auch schon euer großer Tag!

 

Ich hoffe, nach dem Lesen dieses Artikels seid ihr gedanklich schon beim Ausmalen eurer freien Trauung – vielleicht machen wir uns ja schon bald gemeinsam an die Planung. Ich würde mich freuen, von euch zu hören! :-)

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